Herd anschließen 230v Schaltplan – Anleitung & Tipps
22. Mai 2025
Ein Elektroherd ist ein zentrales Gerät in jeder Küche. Doch bevor er genutzt werden kann, muss die Installation korrekt durchgeführt werden. Dabei spielen Sicherheit und fachgerechte Montage eine entscheidende Rolle.
Moderne Geräte arbeiten oft mit 230 Volt und benötigen eine spezielle Anschlussdose. Farbcodierte Leitungen erleichtern die Installation. Dennoch ist Vorsicht geboten – Fehler können zu gefährlichen Situationen führen.
Laut NAV §13 müssen solche Arbeiten bestimmten Normen entsprechen. Auch Versicherungen verlangen eine fachgerechte Ausführung. Mit der richtigen Vorbereitung und Werkzeugen gelingt der Anschluss sicher.
Schlüsselerkenntnisse
- Die korrekte Installation ist für Sicherheit und Funktion essenziell.
- Moderne Elektroherde nutzen farbcodierte Anschlüsse.
- Gesetzliche Vorgaben (NAV §13) müssen beachtet werden.
- Falsche Verkabelung kann gefährlich sein.
- Spezielle Werkzeuge wie ein Spannungsprüfer sind notwendig.
1. Sicherheitshinweise vor dem Herdanschluss
Bevor es ans Werk geht, sind wichtige Vorkehrungen zu treffen. Elektrische Installationen bergen Risiken – von Stromschlägen bis zu Kabelbränden. Nur wer die Sicherheitsregeln strikt befolgt, arbeitet unfallfrei.
Strom abschalten und Spannungsfreiheit prüfen
Schalten Sie die Sicherung aus und sichern Sie diese gegen Wiedereinschalten. Ein einfacher Kippschalter reicht nicht! Prüfen Sie mit einem zweipoligen Spannungsprüfer:
- Alle Phasen (L1, L2, L3) gegen Neutralleiter (N).
- Jede Phase gegen Schutzleiter (PE).
- Spannung unter 50 Volt bestätigt Spannungsfreiheit.
Wichtige Sicherheitsregeln nach DIN VDE
Die Norm DIN VDE 0100-510 definiert fünf Schritte:
- Freischalten der Anlage.
- Sicherung gegen Wiedereinschalten (z. B. durch Vorhängeschloss).
- Prüfung mit geeignetem Messgerät.
- Erdung und Kurzschluss der Leiter.
- Abdeckung benachbarter spannungsführender Teile.
Wann Sie unbedingt einen Elektriker beauftragen sollten
Laut NAV §13 sind Meisterbetriebe verpflichtend bei:
- Altbauten mit unklarer Verkabelung.
- Fehlendem FI-Schutzschalter.
- 400-Volt-Anschlüssen (Drehstrom).
Wichtig: Versicherungen leisten bei Installationsschäden durch Laien oft nicht. Ein Fachmann spart langfristig Geld und Leben.
2. Notwendiges Werkzeug und Material
Qualitätswerkzeuge sind das A und O für eine professionelle Installation. Nur mit den richtigen Hilfsmitteln gelingt ein sicherer und normgerechter Anschluss. Fehlendes oder ungeeignetes Material kann zu gefährlichen Fehlern führen.

Werkzeugliste für den Herdanschluss
Für die Arbeit am Herdanschlusskabel benötigen Sie:
- VDE-zertifizierten Seitenschneider: Schneidet Litzen präzise ohne Quetschungen.
- Abisolierzange: Entfernt die Isolierung, ohne die Adern zu beschädigen.
- Spitzzange: Hilft beim Einführen der Aderendhülsen.
Marken wie Knipex bieten zuverlässige Sets mit VDE-Siegel. Achten Sie auf gefälschte Zertifizierungen – diese erkennen Sie an fehlenden Prüfnummern.
Das richtige Herdanschlusskabel wählen
Laut DIN VDE 0293-308 ist ein flexibles Kabel vom Typ H05 VV-F 5×2,5 mm² Pflicht. Starre Kabel sind ungeeignet, da sie brechen können. NYM-J-Kabel sind verboten – sie überhitzen bei hoher Belastung.
| Flexibles Kabel | Starres Kabel |
|---|---|
| Biegsam, ideal für enge Räume | Bruchgefahr bei Bewegung |
| H05 VV-F 5G2,5 AE | Nicht normgerecht |
Aderendhülsen und ihre Bedeutung
Aderendhülsen (DIN 46228) verhindern das Auffasern der Litzen. So crimpen Sie richtig:
- Isolierung 8 mm abmanteln.
- Hülse auf die Litze setzen.
- Mit Crimpzange fest pressen.
Ohne Hülsen lösen sich Einzeldrähte – das führt zu Wackelkontakten und Brandgefahr.
3. Herd anschließen 230V Schaltplan – Schritt für Schritt
Farben und Symbole leiten Sie sicher durch den Anschlussprozess. Jeder Draht hat eine klare Aufgabe – Verwechslungen können gefährlich werden. DIN-VDE-Normen sorgen für einheitliche Standards.

Farbcodierung der Kabel nach DIN VDE
Die Farben unterscheiden sich je nach Baujahr der Installation. Moderne Leitungen folgen diesem Schema:
| Funktion | Aktuelle Farbe | Alte Farbe (bis 2003) |
|---|---|---|
| Schutzleiter (PE) | Grün-Gelb | Rot |
| Neutralleiter (N) | Blau | Grau |
| Phase 1 (L1) | Braun | Schwarz |
Achtung: In Altbauten kann Grau sowohl Neutralleiter als auch Phase sein. Im Zweifel messen!
Phasen, Neutralleiter und Schutzleiter verbinden
Gehen Sie stets in dieser Reihenfolge vor:
- Schutzleiter (PE): Grün-Gelb an die mittlere Klemme.
- Neutralleiter (N): Blau an die rechte Klemme.
- Phasen (L1-L3): Braun/Schwarz/Grau an die restlichen Anschlüsse.
Bei 5-adrigen Kabeln müssen Phasenbrücken entfernt werden. Sonst droht ein Kurzschluss.
Zugentlastung und Abschlussarbeiten
Fixieren Sie den Kabelmantel mit der Zugentlastungsklammer. Mindestens 10 cm sollten fest sitzen. So vermeiden Sie:
- Lose Kontakte durch Zug.
- Beschädigte Adern bei Bewegung.
Testen Sie alle Schrauben auf festen Sitz. Ein letzter Check mit dem Spannungsprüfer bringt Sicherheit.
4. Rechtliche Aspekte und Versicherungsschutz
Versicherungsschutz und gesetzliche Vorgaben sind oft unterschätzte Risiken. Viele Heimwerker wissen nicht, dass falsche Elektroinstallationen teure Folgen haben können – von Schadensersatzforderungen bis zum Verlust des Versicherungsschutzes.

Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) §13
Laut NAV §13 dürfen nur eingetragene Elektrofachbetriebe Anschlüsse vornehmen. Diese Regel gilt für:
- Neubauten und umfangreiche Umbauten.
- Anlagen mit mehr als 230 Volt.
- Arbeiten an Verteilerdosen.
Ein Verstoß kann Bußgelder bis 5.000 € nach sich ziehen. Ausnahme: Austausch von Geräten mit steckerfertigem Anschluss.
Haftungsrisiken bei Eigeninstallation
Der BGH urteilte 2019 (Az. VII ZR 45/18), dass Laien bei Brandschäden voll haften. Versicherungen prüfen im Schadensfall:
- Wer die Installation durchführte.
- Ob ein Fachmann die Arbeit abnahm.
Tipp: Dokumentieren Sie immer die Abnahme durch einen Elektriker – das kann später Streit vermeiden.
Kosten für den Fachmann vs. Eigenleistung
Ein Profi verlangt etwa 50–100 € für den Basisanschluss. Zusätzliche Arbeiten (z. B. FI-Schutzschalter nachrüsten) kosten 30–50 €/h. Rechnen Sie selbst:
| Eigenleistung | Fachmann |
|---|---|
| 0 € (Material extra) | Ab 80 € inkl. Garantie |
| Risiko: Versicherungsausschluss | Keine Haftungsprobleme |
Für Altbauten lohnt sich der Fachmann fast immer – schon wegen der Sicherheit.
5. Fazit
Ein Elektroherd ist nur dann sicher, wenn alle Regeln befolgt werden. Vom richtigen Werkzeug bis zur korrekten Verkabelung – jeder Schritt zählt. Sicherheit sollte immer Vorrang haben.
Lassen Sie Ihre Geräte regelmäßig von einem Fachmann prüfen. So vermeiden Sie Risiken und halten die Vorgaben ein. Besonders in Altbauten ist Vorsicht geboten.
Wer sich unsicher fühlt, sollte einen Elektriker beauftragen. Die Investition lohnt sich – für langfristige Sicherheit und Schutz. Neue VDE-Normen (2024) machen klare Vorgaben.
Zusammenfassend gilt: Beim Herdanschluss zählt Präzision. Mit Fachwissen und der richtigen Vorbereitung bleibt alles unter Kontrolle.
FAQ
Muss ich vor dem Anschluss die Spannung prüfen?
A: Unbedingt! Nutzen Sie einen Spannungsprüfer, um sicherzustellen, dass kein Strom fließt. Arbeiten unter Spannung sind lebensgefährlich.
Welche Farben haben die Adern nach DIN VDE?
Braun/Schwarz (Phase), Blau (Neutralleiter) und Grün-Gelb (Schutzleiter). Bei älteren Leitungen können die Farben abweichen.
Darf ich als Laie einen Elektroherd selbst anschließen?
Grundsätzlich ja, aber nur bei 230V-Anschlüssen ohne Drehstrom. Bei Unsicherheit oder 400V-Anschlüssen immer einen Elektriker beauftragen.
Warum sind Aderendhülsen wichtig?
Sie verhindern, dass sich einzelne Kupferlitzen lösen und Kurzschlüsse entstehen. Besonders bei flexiblen Leitungen unverzichtbar.
Übernimmt die Versicherung Schäden durch falschen Anschluss?
Nur wenn ein Fachmann die Arbeit durchführte. Bei Eigeninstallationen kann der Schutz erlöschen – prüfen Sie Ihre Police.
Was kostet der Anschluss durch einen Elektriker?
Zwischen 80€ und 150€, abhängig vom Aufwand. Der Preis lohnt sich für Rechtssicherheit und Garantieerhalt.
Wie erkenne ich, ob mein Kochfeld Drehstrom benötigt?
Prüfen Sie das Typenschild: Geräte über 3,7 kW benötigen meist 400V. Bei 230V steht „1~“ oder „230V“.

